Menschenrechte: nachgefragt! - Der Interview-Podcast rund ums Thema Menschenrechte

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00:00:02: Menschenrechte nachgefragt.

00:00:04: Der Interview-Podcast der politischen Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung.

00:00:10: Heute mit... Ich heiße Veit Havivi.

00:00:12: Ich bin der Vorstand von Dominic Sittl, EV, eine Menschenrechtsvereinigung aus München, die im Rahmen der Frau Lebenfreiheit oder Woman-Life-Freedom-Bewegung im Iran.

00:00:25: Lieber Veit, herzlich willkommen.

00:00:27: beim Podcast Menschenrechte nachgefragt, der politischen Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung.

00:00:31: Die erste Folge in den vergangenen Jahren, die wir vor über vier Jahren aufgenommen haben, drehte sich auch um Iran.

00:00:42: Das heißt, wir haben die letzten vier Jahre, die letzten hundert Folgen, immer wieder auch über die Entwicklung in Iran gesprochen.

00:00:48: Aktuell hört man viel Die Parole Javitsha übersetzt Langlebe der König, wollen die Iraner aktuell ihren alten Kaiser wieder haben?

00:00:59: Zunächst mal danke für die Einladung und danke, dass sie euch der Sache annimmt.

00:01:03: Das ist uns allen sehr, sehr wichtig.

00:01:05: Nicht nur der Iraner, die in der Diaspora leben, auch natürlich den Iranern, die im Iran sind.

00:01:10: Es ist besonders wichtig, dass wir ihre Stimme vertreten und laut werden hier.

00:01:13: Die Parole Javitsha, Langlebe der König, übersetzt.

00:01:16: ist jetzt eigentlich symbolisch, eine symbolische Parole.

00:01:20: Also ich glaube grundsätzlich nicht, dass sich die meisten Iraner, sicherlich gibt es die Monarchisten, die sich das wünschen, ein Königreich, aber die meisten nutzen das tatsächlich als ein Affront gegen die islamische Republik.

00:01:32: Das ist ja sozusagen der Erzfeind.

00:01:34: Der Schach ist der Erzfeind, ist ja derjenige, der im Prinzip das Land in diese Situation gebracht hat aus der Sicht der islamischen Republik.

00:01:43: Von daher nutzen viele Protestierende und demonstranten natürlich diese Parole um den Mulas oder auch dem System entgegenzutreten.

00:01:52: Was sollten sie denn sonst sagen?

00:01:54: Wir haben ja keine andere schillernde Persönlichkeit, der sich den Mulas entgegenstellen könnte oder der ihnen gefährlich werden könnte.

00:02:03: aktuell.

00:02:04: Vielleicht endet sich das irgendwann mal, aber aktuell ist es tatsächlich Reza Pahlawi, der Kronprinz sozusagen, der in den USA lebt und damit ärgern die Protestierenden natürlich auch das System und fordern sie heraus.

00:02:17: Und das ist auch richtig so.

00:02:20: Iran ist jetzt, insbesondere seit dem, der am XXV.

00:02:22: Dezember in die Schlagzeilen geraten.

00:02:25: Die Basaris, also die Unternehmer im Iran, haben die Proteste dort begonnen.

00:02:31: Was sind die Gründe dieser wirtschaftlichen Politischen und vielleicht gesamtgesellschaftlichen Krise, die wir in Iran haben, wogegen die Leute auf die Straße gehen?

00:02:40: Zunächst mal muss man wissen, das hört sich immer so ein bisschen, ja, Lapidah und so, Basaris.

00:02:44: Das hat er für viele in Deutschland so den Anschein, das ist so ein Bazaar irgendwie so.

00:02:49: Wie man das so kennt, dass im Orient und so, wenn man so reingeht, diese Gewölbe und da sitzen die Leute da und verkaufen Tee und solche Gewürze und so weiter.

00:02:57: Den ist aber nicht so.

00:02:58: Mit Basari mant man tatsächlich an sich den Mittelstand der Wirtschaft.

00:03:02: Denn viele Basaris, die tatsächlich auf den Basarien beispielsweise ihre Geschäfte haben, haben ja im Hintergrund ja ganz, ganz wichtige Fabriken, Unternehmen, Wirtschaftskonglomerate.

00:03:13: Also das ist tatsächlich der Mittelstand im Iran und der Wirtschaft.

00:03:18: Und sie regeln eigentlich das Land, denn sie beliefern das Land mit allen möglichen Sachen, die man benötigt, von Industrieware bis hin zu Lebensmittel, Teppiche, Schmuck, alles Mögliche.

00:03:32: Und sie sind eigentlich die geheimen Macht hinter einer jeden Regierung.

00:03:37: Denn wenn man die Geschichte verfolgt, dann sieht man, dass die Basare ist immer.

00:03:41: Einbezogen wurden in irgendwelche Revolutionen, ob es jetzt dreiundfünfzig war gegen Mossadegh, ob es jetzt auch neunsehbzig war, beispielsweise.

00:03:47: Ohne die Basaris kann keine Regierung stürzen, bzw.

00:03:50: mit Hilfe der Basaris kann dann eine Regierung leichter stürzen.

00:03:55: Am Ende des Tages ganz banal erzählt, wenn die ihre Geschäfte dichtmachen, kann keiner mehr.

00:04:00: die Wirtschaft beliefern, wird kein Essen geliefert, kein Mehl, kein Schmuck, kein Gold, keine Divisenhandel oder Industriewaren und so weiter.

00:04:07: Insoweit sind die Basaris schon eine extrem wichtige Gruppierung im Iran.

00:04:12: Hört sich sehr lapidan, Basaris.

00:04:14: Man sich da was orientalisches darunter vorstellt, aber im Prinzip ist es ein sehr starker Wirtschaftsfaktor im Iran.

00:04:20: der Entscheidungen treffen kann und auch Regierung stützen könnte, wie man das jetzt auch sieht.

00:04:24: Tatsächlich ist es so, seit dem August und September hat ja die ganzen Proteste begonnen mit den Basaris, die wirklich dann auch tatsächlich in den Basaren oder in den Einkaufszentren, wo die Menschen einkaufen, gegen die extrem hohe Inflation, aber hauptsächlich gegen den Verfall der Währung demonstriert haben, weil ihr Geld, was sie verdient haben, nichts mehr wert war.

00:04:45: Das heißt, der Dollar ist ja sprunghaft innerhalb von einigen Tagen oder Wochen im Prinzip halbiert, also der Wert des Dollars.

00:04:52: Das Real, was ja im Iran eigentlich so, dass die Leitschnur ist für die Gesundheit der Wirtschaft oder für die Gesundung der Wirtschaft.

00:05:00: Und das ist extrem wertet worden in den letzten Wochen und Monaten.

00:05:04: Dadurch ist die Kaufkraft natürlich extrem gesunken.

00:05:07: Das Geld ist nichts mehr wert.

00:05:08: Das hat tatsächlich die Menschen oder die Basaris dazu veranlasst, auf die Straße zu gehen, dafür zu demonstrieren.

00:05:14: Absurde Dinge.

00:05:15: haben uns erreicht, wo mich insbesondere zum Beispiel, dass einem Arzt sogar gesagt wurde, dass er sich doch ein Kredit aufnehmen soll, wenn er Fleisch kaufen will, als Beispiel, weil das Geld nicht mehr wert ist.

00:05:28: Also insoweit war das tatsächlich ein Aufstand, der zunächst der Basaris, die führte einfach auf die Perspektivlosigkeit, insbesondere in der Wirtschaft zurück, dann setzte das Datikum, die Studenten haben sich dann vereinigt und dann kamen natürlich die einfache Bevölkerung hinzu, die ja extrem darunter.

00:05:47: Vielen Dank.

00:05:48: Wir haben volle Nachrichten bis heute über die Lage in Iran.

00:05:53: Dabei waren das Internet und die Telefonie teilweise mehrtägig abgeschaltet.

00:05:57: Wie kommen diese Nachrichten trotzdem aus dem Land heraus zu uns?

00:06:02: Es ist ja zunächst so, dass ja bis zum achtundzwanzigsten Jahr, bzw.

00:06:05: bis zum achten Januar, wo ja die Ankündigung des Kronprinzens Ereza Pahlevi kam, wo ja die Menschen aufforderte, auf die Straße zu gehen.

00:06:12: Bis zahlen war ja alles offen.

00:06:14: Das heißt, bis dahin erreichten uns einfach viele Informationen, viele Bilder, viele Videos.

00:06:20: Erst als dann Reza Pahlavi tatsächlich dann seine Ankündigung machte und die Menschen aufforderte, jetzt also offen aufforderte auf die Straße zu gehen, was ihr das öfteren schon gemacht hatte, auch während der Woman Live Freedom Bewegung.

00:06:33: Und das haben sehr, sehr viele Menschen ernst genommen.

00:06:35: Ich glaube, dass da tatsächlich der islamische Republik bewusst wurde, was dafür ein Potenzial dahinter steckt.

00:06:41: Und ähnlich wie es im Jahr zwei Tausend Neunzehn, wie sie es schon einmal versucht hatten, nach denselben Muster, haben sie dann tatsächlich die gesamte Kommunikation im Land abgeschaltet.

00:06:50: Jedoch war das so, dass die Kommunikation nicht hundertprozentig abgeschaltet war, weil es natürlich da auch gewisse Systeme sind, die an das Internet gekoppelt sind, Bankensysteme, gewisse Systeme der Politik beitragen oder auch entsprechend der Verwaltung, der Stadtverwaltung oder Bezirksverwaltung.

00:07:06: Die waren offen, aber das Telefonieren im Land die Kommunikation innerhalb Irans und natürlich dann auch außerhalb war hundert Prozent abgeschaltet und das ließ natürlich nichts Gutes vermuten.

00:07:18: warum macht das denn eine Regierung so damit entsprechend eben das was sie beabsichtigen zu tun nicht direkt rauskommt und nicht sofort sozusagen in die Welt Öffentlichkeit gelangt.

00:07:31: Die Tatsache dass sie im Nachhinein an die Öffentlichkeit gelangt wird die scheint sie jetzt nicht so großartig zu stören.

00:07:37: Denn nach demselben Musternprinzip haben sie in der Vergangenheit schon des öfteren Massenmorde begangen gegen die eigene Bevölkerung, verbrechen gegen die eigene Bevölkerung.

00:07:47: Und das hat, ja, am Ende des Tages niemanden tangiert auf der Welt, also auf der politischen Bühne.

00:07:52: Das war das Kalkül.

00:07:53: Nämlich machen wir das.

00:07:55: Und dann können wir uns hier im Prinzip austoben, was das angeht.

00:08:00: Und am Ende des Tages wird das genauso wie die... letzten Male, im Jahr zwanzig, dreiundzwanzig, neunzehn, neun, und wie auch immer dazwischen, das immer wieder mal Demonstration gab, auch im Jahr zwanzig und zwölf der Arabische Frühling, der auch teils in den Iran ein bisschen überschwappte.

00:08:16: Also all das hat ja nie die Regierung im Nachhinein belastet, großartig.

00:08:21: Also die Islamische Republik.

00:08:23: Teilweise funktioniert das Telefon ja wieder und teilweise auch das Internet und die Messenger-Dienste.

00:08:30: Wie gefährlich ist es aber für die Menschen in Iran tatsächlich offen über das, was passiert ist, über die eigenen Toten, die man zu beklagen hat, offen zu sprechen, vor allem auch über das Telefon, wo man ja abgehört werden kann.

00:08:46: Es ist wirklich extrem schwierig.

00:08:48: Zunächst einmal muss man ja wissen, dass ja allein die Informationen darüber, wie viele Tote es gibt und warum und wer alles gestorben ist, aus welchem Grund auch diejenige gestorben ist, ja in Iran ja hart erkämpft wird.

00:09:00: Leichende Toten werden ja nur gegen hohe Geldzahlungen oder gegen Aufforderung zu Geständnisse, wer sie getötet hat, herausgegeben.

00:09:09: Also das ist an Brutalität nicht zu übertreffen, dass da teilweise Eltern aufgefordert werden, dann Stellungnahmen abzugeben schriftlich, dass ihre Kinder beispielsweise von Protestierende getötet wurden oder dass die selber vielleicht Terroristen waren oder wie auch immer.

00:09:22: Also es erreichen uns wirklich... ganz furchtbare Nachrichten, wie die Menschen erpresst werden, damit ihnen die Leichen ihre Liebsten erstattet werden oder gegeben werden.

00:09:32: Oder so dermaßen hohe Geldforderungen verlangen werden von siebenhundert Millionen beispielsweise.

00:09:38: Das entspricht ungefähr zwischen vier bis siebentausend US-Dollar, teilweise sogar höher.

00:09:45: Falls diese Geständnisse nicht unterschrieben werden, dann das können sich die wenigsten Menschen natürlich leisten.

00:09:51: Und dann kommt noch hinzu, dass ja im Islam im Prinzip die Menschen eigentlich sehr, sehr schnell beerdigt werden müssen und sollen und die Spiele hat einfach auf Zeit.

00:10:01: Das bedeutet, dass tatsächlich überhaupt über solche Dinge zu sprechen schon sehr gefährlich werden kann.

00:10:06: Wir haben ja einige Beispiele von Menschen, die wir auch beispielsweise nach Deutschland verholfen haben, über Familienangehörige, die wir nach Deutschland verholfen haben, die ja dann jahrelang wirklich immer wieder unter extrem Druck standen, teilweise verhaftet wurden, monatelang, wochenlang in Gefängnisse saßen, Untersuchungshaft saßen, dann immer wieder drangsaliert wurden, nur weil sie protestiert haben, immer wieder nicht hingenommen haben, dass ihr Kind getötet wurde, als Beispiel.

00:10:35: Und deswegen ist die Kommunikation über solche Dinge grundsätzlich schwierig.

00:10:39: und jetzt aktuell natürlich mit dem Ausland zu kommunizieren, bringt ja auch andere Gefahren mit sich.

00:10:45: Am Ende des Tages lassen sich auch diese Kommunikationen nachverfolgen teilweise.

00:10:52: dokumentiert, bei Messengerdienste oder auch tatsächlich über Handys oder sonstiges, die kontrolliert werden.

00:10:58: Deswegen muss man sehr vorsichtig sein, was man da schreibt und was geantwortet wird, denn das kann tatsächlich irgendwann mal folgen haben.

00:11:05: Nicht nur für die, die im Iran leben, sondern auch für die, die ausreisen oder einreisen in den Iran.

00:11:11: Denn da gibt es auch Informationen, dass dann tatsächlich die Handys geprüft werden.

00:11:16: Wir hatten als Beispiel bei der Woman Life Freedom Bewegung, hatte ich in München eine Bekannte.

00:11:21: die in den Iran nach der Bewegung eingereist ist und dann wurde ihr am Flughafen der Pass abgenommen und da musste sie vorstellig werden ein paar Tage später in diesen sogenannten Passbehörde, also in dieser Passbehörde und da wurden ihr Bilder gezeigt und Demonstrationen in München an denen sie teilgenommen hatte.

00:11:40: Also sie stand da tatsächlich mit ihrer Tochter und dann haben sie von ihr verlangt, eine Erklärung sozusagen abzugeben, was da los ist.

00:11:48: Und am Ende des Tages musste sie sie siebenhundert Euro Geldstrafe zahlen, damit sie ihr den Pass zurückgaben, damit sie wieder zurück konnte nach Deutschland.

00:11:55: Also sprich, die haben schon ein Apparat, der das Ganze auch prüft und kontrolliert und wahrscheinlich dann auch dokumentiert, so dass wenn einer dann eine unbescholtene Person, im Prinzip eine Zivilperson in den Iran einreist, dass sie sie bei der Einreise direkt schon festhalten.

00:12:10: Also die sind ja schon sehr strukturiert, was das angeht.

00:12:12: Deswegen wäre ich sehr vorsichtig mit der Kommunikation in den Iran.

00:12:16: Ihr seid aufgrund dieser Frau-Leben-Freiat-Proteste, die ja auch allein in Berlin von Achtzigtausend Demonstranten unterstützt wurden vor drei Jahren.

00:12:26: Man euch gegründet oder habt ihr euch gegründet.

00:12:29: Ursache dieser Proteste war ja vor allem die Ermordung von Gina Marca Amini, einer zwanzigjährigen jungen Frau in der Haft der sogenannten Moralpolizei in Teheran.

00:12:40: Was unterscheidet denn die Proteste von damals vor drei Jahren von den aktuellen?

00:12:46: Protesten kann man das auf den Punkt bringen?

00:12:48: Ja.

00:12:48: Proteste von damals bezog sich ja auf China-Machsa-Arminis Tod natürlich.

00:12:54: Sie war ja ein Symbol im Prinzip für die Unterdrückung der Frauen.

00:12:58: Das heißt, ich glaube, eine der größten leidtragenden überhaupt sind die Frauen im Iran, nicht nur damals, sondern auch heute, dass die sozusagen diese Gewaltherrschaft der Männer unterliegen, schon immer.

00:13:11: Das war natürlich ein Auslöser, das war ein Ventil für viele, viele Frauen, die dann wirklich einfach ihr Kopftuch verbrannt haben, runtergeworfen haben und gesagt haben, das kann doch nicht sein, dass wir so dermaßen unterdrückt werden.

00:13:24: Nur weil ihr Männer euch das so vorstellt, wie die Welt funktionieren muss und soll.

00:13:30: Dann war das so, dass natürlich zunächst mal die mutigen Frauen auf die Straße gingen und protestiert haben dagegen und sich dann Männer diesen Protesten angeschlossen haben.

00:13:39: Tatsache ist, dass die Struktur ein bisschen anders war.

00:13:42: damals, denn damals gingen die Proteste, weil Massa Gina Amini kurdischstämmige Iranerin war, hauptsächlich in der Provinz los, also sprich auch im iranischen Teil Kurdistanz sozusagen.

00:13:56: oder im kurdischen Teil Irans eher so, waren die Proteste sehr auf diese Bereich, also sprich Iran, Kurdistan, Baluchistan, da sind so die Ethnen, die Völker, die schon immer extrem unterdrückt wurden.

00:14:11: Und das hat wirklich, das war ein Auslöser, eine Explosion für diese Menschen auf die Straße zu gehen und ihre Wut rauszuschreien und auch gegen die Soldaten, gegen die Regierung dann zu kämpfen und aufzubegieren.

00:14:24: Und dann Zeitgleich schlossen sich edliche Menschen in den Großstädten an.

00:14:29: Die Dynamik war anders, weil tatsächlich in den Großstädten die Demonstrationen nicht so ausgeprägt waren wie in der Provinz.

00:14:38: Da waren sie deutlich stärker in Baluchestan, aber auch natürlich im Kurdistan.

00:14:44: Da viel mehr Menschen getötet wurden und ermordet wurden als in den Großstädten.

00:14:48: In den Großstädten kam das nicht so sonderlich zur Geltung, sondern eher mehr in den Diaspora.

00:14:53: Wir haben hier mehr gekämpft für diese Roman-Life-Freedom-Bewegung, wie es eigentlich in den Großstädten im Iran der Fall war, sei dahingestellt, warum.

00:15:02: Man muss sich vorstellen, wenn Tehran zwanzig Millionen Bevölkerung hat, dann fallen Zehntausende im Osten der Stadt nicht sonderlich auf.

00:15:10: Wir hatten Kontakte zu Freunde im Iran während dieser Zeit und die haben dann zum Beispiel behauptet, nein, wir kriegen nichts mit von diesen Demos.

00:15:17: Also bei uns ist alles regulär normal.

00:15:19: Es war eine Zeit lang, wo Geschäfte geschlossen waren.

00:15:21: Es gab schon die Zeit, wo es ein bisschen hektischer war, aber im Großen und Ganzen lief das Leben nach einigen Wochen wieder regulär weiter und definitiv gab es nicht diese Todeszahlen, die es jetzt diesmal gibt.

00:15:33: dieser Abschlachtung der eigenen Bevölkerung, die gab es damals nicht in der Form, sondern eher in der Provinz.

00:15:40: Wir haben ja auch viele, viele Menschen, denen wir nach Deutschland geholfen haben, also überwiegende Teil der Menschen, denen wir nach der Macher-Amini-Bewegung nach Deutschland verholfen haben, sind kurdischstämmige Iraner, ich will nur sagen, fast ca.

00:15:51: ca.

00:15:51: ca.

00:15:51: prozent, weil sie ja am meisten unter diese Proteste gelitten haben.

00:15:57: Uns wurde auch erzählt, dass wir wissen, dass ja auch aus Städte wie Bukan oder Sanandaj oder so, dass da wirklich die mit Militärfahrzeugen eine Militärstärke aufgelaufen sind und da auch wirklich das Feuer ähnlich wie jetzt auch auf die Bevölkerung eröffnet haben und Menschen abgeschlachtet haben.

00:16:15: Also das war tatsächlich so, aber der Unterschied zu jetzt ist natürlich... dass die Proteste in den Großstädten hauptsächlich stattgefunden haben.

00:16:24: Im Gegensatz wieder darum, ich habe am Sonntag saß ich nochmal mit zwei kurdischstämmige Flüchtlinge, die durch uns nach Deutschland kamen, haben mit denen gesprochen, ob die Informationen haben.

00:16:33: Die haben gesagt, die haben tatsächlich Informationen.

00:16:35: Und zwar nochmal auf die vorherige Frage zurückzukommen.

00:16:38: sehr viele Kurden, die in der Grenzregion zu Irak leben, haben ja auch immer Regenverkehr in den Irak.

00:16:43: Und sobald du rüber gehst, hast du wieder Netz- und Informationsauswahl.

00:16:46: Also du hast wieder Messengliederdienste und alles Mögliche, Internet.

00:16:50: Und die haben gesagt, also bei uns ist erstaunlicherweise nicht so viel los wie bei Masa Amini.

00:16:56: wie bei der Masse Amini Bewegung.

00:16:59: Es gibt Proteste dort, man sieht es ja auch im Internet, die Filme, die verteilt werden, aber nicht in der Intensität, wie es sie in den Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- Und was die meisten wahrscheinlich noch in Erinnerung kam, sie wurde ja ermordet, verhaftet, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß durch die sogenannte Moralpolizei und dann sie in den Haft ums Leben gekommen.

00:17:38: Diese Kopftuchpflicht wird seit drei Jahren, seit dem Ende dieser Proteste nicht mehr, Mit Gewalt und Zwangsmaßnahmen durchgesetzt, obwohl zum Beispiel Videoüberwachung im öffentlichen Raum zu diesem Zweck massiv ausgebaut worden ist, ist deiner Meinung nach das Regime einfach zu schwach, um jetzt die Moralpolizei hinter den jungen Frauen hinterher zu jagen?

00:17:59: oder will man der jungen Generationen gegenüber eine gewisse Kompromissbereitschaft signalisieren bei diesen Fragen.

00:18:07: Ich glaube, das ist eine Mischung aus allen Dingen, aus allen Punkten, die du angesprochen hast.

00:18:12: Zunächst einmal ist es so, dass da immer auch schon diese Politik der Zuckerbrot und Peitsche geherrscht hat, also sprich geben wir ihnen gewisse Freiheiten und sie lassen uns weiter herrschen sozusagen.

00:18:24: Die größte Gefahr stammt nun mal aus der jungen Generation, weil ja der überwiegende Teil der Bevölkerung ja extrem jung ist im Iran.

00:18:30: Das heißt, Wenn sie versuchen, diese Bevölkerungsschicht oder diese Gruppen auf ihre Seite zu ziehen, durch Lockerungsmaßnahmen, dann haben sie wieder Zeit gewonnen.

00:18:40: Denn es geht aber der islamische Bibelung immer nur um Zeit.

00:18:43: Zeit gewinnen.

00:18:43: Zeit heilt alle Wunden.

00:18:45: Zeit bringt ihnen Geld.

00:18:47: Zeit erlaubt ihnen, dass auch vieles verziehen wird, an Verbrechen, die sie begehen.

00:18:52: Und augenscheinlich funktioniert das jetzt seit knapp siebenundvierzig Jahren.

00:18:55: Das ist eben die Situation, was uns auch verwundert hat, dass tatsächlich nach dem die Proteste ja im Keim dann im Nachhinein erstickt wurden, also in dem Jahr zwanzigundzwanzig, wo es das Ende war, dass dann gewisse Freiheiten einfach von den Frauen sich genommen wurden.

00:19:13: Das heißt, es ist ja nicht so, dass es ja offiziell dann erlaubt war, sondern es ist ja immer noch unter vorgehaltener Hand nicht erlaubt.

00:19:21: ohne Kopf durch auf die Straße zu gehen, aber die Frauen, die mutigen Frauen, muss ich sagen, haben sich einfach das Recht herausgenommen, einfach mal ohne Kopf durch auf die Straße zu gehen.

00:19:28: So, jetzt hast du natürlich eine oder zwei, wie machst du Armini, die du belangen kannst, aber wenn du hunderte und tausende auf den Straßen hast, ja, willst du alle umbringen?

00:19:36: Oder was willst du dann machen mit denen?

00:19:37: Also sprich, ich glaube, es ist so eher so ein beidseitiger Übereinkunft, ja, wir machen das jetzt einfach und die Hinnahme der Situation, ja, dann lassen wir sie halt, wenn sie uns weiter... herrschen lassen und wir weiterhin unser Geschäft betreiben können, was wir da machen.

00:19:54: Also das ist so eine Mischung aus allem.

00:19:56: und wie gesagt die Hoffnung liegt tatsächlich bei der jungen Generation, dass die durch diese Freiheiten, die sie erlangen, irgendwann mal dann auch dazu führen oder dazu der Grund sein würden, dass diese Regierung stürzt.

00:20:10: Wenn du einen Blick in die Glaskugel werfen könntest, wenn wir überlegen, dass die Frau Leben Freiheit-Proteste diese Veränderungen, die du jetzt skizziert hast, mit sich gebracht haben oder bewirkt haben, welche Auswirkungen könnten die aktuellen Proteste, die gesellschaftlich viel breiter aufgestellt sind, nach sich ziehen?

00:20:31: Erwartest du da auch Veränderungen, Zugeständnisse der aktuellen Herrschaftselite an die Bevölkerung?

00:20:40: Also zunächst mal hoffen nicht nur die Iraner in der Diaspora, sondern natürlich auch alle Iraner im Iran ein Wandel.

00:20:47: Sie erhoffen sich hier ein Wandel.

00:20:48: Wie dieser Wandel aussehen soll, das weiß immer und blickt keiner.

00:20:51: Wir haben natürlich Hoffnungsträger in der Diaspora und augenscheinlich auch im Iran, der ja dort befürwortet wird extrem.

00:20:58: Aber im Großen und Ganzen ist ja die erste Hoffnung, wenn man in die Glasgubel schauen könnte, dass Iran irgendwann mal ein freies Land sein könnte.

00:21:06: und die Menschen frei leben könnten und sich entfalten könnten, wie wir das von vielen anderen Ländern um uns herum sehen.

00:21:13: Wie weit wir das nach demokratischen, nach westlichen Werten bemessen können, das sei erst mal dahingestellt.

00:21:18: Das ist eine dehnbare Begrifffreiheit.

00:21:21: Aber zumindest, dass sie nicht Angst haben müssen, ihre Meinung zu äußern, dass sie nicht Angst haben müssen, auf die Straße zu gehen, einfach mal.

00:21:27: Dass sie gewisse Sicherheiten haben fürs Leben und dass sie gewisse Lebensstandards haben, wo Menschen einfach würdevoll leben können.

00:21:33: Das ist einmal die erste Hoffnung.

00:21:36: alle Iraner vereint jetzt, so intensiv war das noch nie.

00:21:40: Wenn man bedenkt... dass auch die Intensität dieser Proteste ja immer mehr zunimmt.

00:21:44: Das heißt, wenn man da vergleicht, dass es so die allerersten großen Proteste, die Grüne Welle, und dann kam so ein bisschen der arabische Frühling, der ein bisschen überschwappte in Iran, elf, zwölf, war das, glaube ich.

00:21:56: Dann kamen es in den letzten Jahren, dann kamen es in den letzten Jahren, jetzt haben wir sechsundzwanzig.

00:22:01: Das heißt, ich glaube, dass auf lange Sicht, wenn jetzt diese Proteste nicht bewirken, die islamische Republik einfach absolut keine Macht mehr oder Möglichkeiten haben wird, sich zu halten im Iran und sie wird gehen müssen.

00:22:16: Sie wird gehen müssen und das wird auch passieren.

00:22:18: Die Frage ist nur, was kostet das in Iran an?

00:22:21: Um mal auf eurer Arbeit, die es jetzt seit drei Jahren gibt, direkt zu sprechen zu kommen.

00:22:27: Ihr habt euch ja nicht wie aufhörig um das Kopftuchverbot eingesetzt, als ihr euch gegründet habt.

00:22:32: Was waren sozusagen die selbstgestellten Ziele, die selbstgestellten Aufgaben und wie hat sich eure Arbeit jetzt in den letzten drei Jahren entwickelt?

00:22:39: Was macht ihr?

00:22:40: Was habt ihr vielleicht erreicht?

00:22:43: Also der Munich Circle wurde ja gegründet.

00:22:46: Hauptsächlich aus der Verzweiflung heraus.

00:22:48: Und zwar wir sind der deutsche Iraner.

00:22:51: Die Gründungsmitglieder sind allesamt deutsche Iraner, die natürlich hier seit der frühesten Jugend leben.

00:22:57: Wir fühlen uns in erster Linie auch Deutschland verpflichtet und fühlen uns auch als deutsche Iraner, wenn man das spricht, wenn man das ausspricht.

00:23:03: Und wir haben gesehen, dass wir in der Diaspora, in der Opposition eine große Spaltung haben.

00:23:10: Das heißt, wir sind uns, die Opposition ist sich nicht einig.

00:23:13: Sie ist gespalten.

00:23:14: Sie haben haben, diesbezüglich keine einheitliche Linie.

00:23:17: Das ist ja die größte Stärke, die die islamische Republik hat, nämlich dass die Opposition so gespalten ist und es nutzt sie auch dann entsprechend aus.

00:23:24: Bezüglich sie fühlt sie sich dadurch extrem sicher, weil sie ja denkt oder weiß, dass tatsächlich keiner ihnen gefährlich werden kann.

00:23:32: Wir haben dann gedacht, unsere Aufgabe sollte sein, tatsächlich die deutsche Politik oder die deutsche Gesellschaft über die Zustände oder über die Entwicklungen im Iran zu informieren.

00:23:43: Das war so unser Hauptaugenmerk.

00:23:45: Das heißt, wir haben uns eigentlich das Ziel gesteckt, die Deutschen dafür zu begeistern oder zu informieren, was dort passiert tatsächlich.

00:23:55: Es gab viele Demos, an denen wir teilgenommen haben, wo wir gesehen haben, dass da Tausende und abertausende Iraner auf die Straße gehen, was ja absolut gut gemeint ist, aber dort Parolen gerufen werden, nur in Farsi, die kein Deutscher versteht.

00:24:08: Dann hatten wir viele Freunde auch dabei, deutsche Freunde, denen wir immer übersetzen mussten, was gerade gesagt wird.

00:24:13: Es wurden Ansprachen geralten.

00:24:16: Beispielsweise in Farsi.

00:24:18: Und dann haben wir uns immer gefragt, ja, wem soll das jetzt nutzen?

00:24:21: Wollen wir das den Iran anschicken, damit die in Iran die eh schon protestieren und sozusagen vor den Schergen des Regimes treten?

00:24:28: Oder wollen wir das den deutschen vermitteln, der deutschen Politik, der deutschen Medien?

00:24:33: Und da haben wir gesagt, das geht so nicht.

00:24:34: Wir müssen uns gründen und wir müssen schauen, dass wir tatsächlich die Deutschen dafür begeistern können, dass sie uns unterstützen, dass sie die Opposition unterstützen und dass sie einfach informiert werden, was denn gerade passiert.

00:24:48: Und wir hatten das so immer das Gefühl, dass diese Protester, diese Demonstrationen im Ausland eigentlich so eine Selbstheilung waren für viele Iraner, dass sie sich so die Wut rausgeschrien haben.

00:24:59: Aber effektiv waren sie am Ende des Tages nicht so sehr.

00:25:02: Viele wollten auch wahrscheinlich Iran das Signal senden.

00:25:06: Wir sind für euch da.

00:25:08: Aber ich muss sagen, aus persönlicher Erfahrung hat viele Iraner gar nicht interessiert.

00:25:11: Ich sage ihr sitzt da schön im warmen Deutschland oder in der Sicherheit, in der Freiheit und in euren warmen Wohnzimmern.

00:25:18: Ihr geht danach nach Hause und dann ist ihr wieder eure Butterbrötchen oder wie auch immer und wir leiden hier weiterhin.

00:25:24: Also das waren schon gute Signale, die wir gesendet haben, aber sie waren nicht effektiv genug aus unserer Sicht.

00:25:29: Und daraufhin haben wir uns dann zusammengesetzt.

00:25:32: Und dann haben wir gesagt, Leute, wir müssen etwas machen und haben dann der Minoxirkel gegründet.

00:25:36: Wir haben auch bewusst, da jetzt keine iranische, sag ich mal, Namen oder Farsi-Namen da reingenommen, sondern wir haben uns verstanden, als ein Kreis aus München von Freunden, die zusammenfindet, um effektiv auch die Deutschen anzusprechen.

00:25:53: Und da wiederzukommen mit irgendeinem Namen, den Iran-Bezug hat, war uns jetzt nicht so sonderlich wichtig, sondern wir wollten neutral erscheinen, was wir ja auch sind, im Prinzip.

00:26:02: Die Hauptaufgabe war ursprünglich politische Bildung.

00:26:05: Demokratieverständnis auch für die eigenen Iraner, die hier tatsächlich gegeneinander demonstriert haben.

00:26:11: Teilweise.

00:26:11: es gab in vielen Großstädten in Deutschland teilweise in einem Tag zwei, drei, vier Demos.

00:26:17: Die einen gingen links, die anderen gingen rechts aneinander vorbei, wie zwei Züge.

00:26:21: Dann wäre das kann doch nicht sein.

00:26:22: Wir müssen doch die auf einen gemeinsamen Nenner bringen können.

00:26:27: Unser Hauptgegner ist ja die islamische Republik.

00:26:31: Viele Wege führen nach Rom.

00:26:33: Soll ja auch gut sein, ist auch in Ordnung, dass es diese viele breite Palette an Ideologien gibt.

00:26:38: Aber am Ende des Tages haben wir doch ein Ziel, da müssen wir doch zusammenfinden.

00:26:42: Das gab es aber nicht.

00:26:43: Und das war so unser... größtes Problem, dass wir diese Versuchen, diese Gruppierungen zusammenzubringen, was uns eigentlich nicht so gut gelungen ist.

00:26:52: Dann haben wir gesagt, gut, dann konzentrieren wir uns auf die deutsche Politik und haben dann damals angefangen, Kontakte zu knüpfen in die Lokalpolitik und dann auch in die Bundespolitik.

00:27:03: und siehe da.

00:27:05: Wir hatten zufälligerweise eine Live-Schaltung auf Instagram mit mir und unserem Vorstandsmitglied Professor Dr.

00:27:12: Parastar, wo es dann um die Augenverletzung im Iran ging.

00:27:16: Dieses Live, was es ja noch auf unserer Instagram-Seite gibt, das wurde aufgefangen von vielen iranischen Medien, also Oppositionsmedien oder im Ausland und daraufhin wurden wir plötzlich kontaktiert von Augenverletzten, die sich dann im Ausland befanden, also sprich hauptsächlich in der Türkei oder im Irak.

00:27:37: Daraufhin hat sich dann auch unser zweiter Vorstand, Ali Rosusharian, dann durch seine Kontakte oder durch Beziehungen, die er dann aufgebaut hat, unter anderem einen Kanal erschlossen zum Auswärtigen Amt, wo wir durch langwierige Gespräche und Verhandlungen tatsächlich erreicht haben, dass dieser sogenannte Paragraph, §.

00:27:58: XXII Abs.

00:27:59: II Aufenthaltsgesetz auch für die iranischen Verletzen angewandt wurde.

00:28:04: Das wurde damals auch von der Frau Baerbock dann auch protägiert und unterstützt, als Außenministerin.

00:28:09: Und wir konnten dann auch mit der Unterstützung, beispielsweise von Lüse Amtsberg, enttional menschenrechtsbeauftragte, genau der Bundesregierung früher.

00:28:17: Und da hatten wir tatsächlich dann die Möglichkeit, Menschen, die wir... geprüft hatten, die für uns wirklich plausibel erkennbar einen Schaden erlitten hatten innerhalb der Masse Amini Bewegung.

00:28:29: Es waren hauptsächlich augenverletzte Menschen, aber auch dann später Menschen, die psychische Verletzungen erlitten hatten durch Gefängnisaufenthalte, Folter und so weiter.

00:28:39: Hatten wir die Möglichkeit, diese Menschen dann nach Deutschland zu verhelfen und ihnen ein Visum nach §.

00:28:45: XXI Absatz II humanitäres Visum zu ermöglichen?

00:28:48: Das wurde dann irgendwann mal das Überhand genommen und wurde dann mehr und mehr zu unserer Aufgabe.

00:28:54: Und aktuell haben wir, glaube ich, gefühlt an der Zahl von sechszig Menschen, inklusive Samtfamilienangehörige, nach Deutschland bringen können, die überwiegend alle in München sind.

00:29:05: Darauf haben wir auch tatsächlich gepocht.

00:29:08: weil wir uns berechtigterweise erhofft hatten, dass diese Menschen gemeinsam eine Community bilden werden in München.

00:29:15: Das heißt, geteiltes Leid ist halbes Leid sozusagen.

00:29:19: Wenn die gemeinsam zusammen sind, dann können sie auch gemeinsam weiterhin aktiv an ihre Agenda arbeiten, einerseits und können sich auch gesellschaftlich helfen.

00:29:29: Diese Arbeit haben wir zunächst übernommen.

00:29:30: Wir haben wirklich alles gemacht.

00:29:32: Wir haben sie vom Flughafen abgeholt.

00:29:33: Wir haben sie in ihrer Übergangswohnheime gebracht.

00:29:35: Wir haben ihnen ihre Ersteinkäufe besorgt.

00:29:37: Wir haben sie ihnen die Züge gezeigt, die Verkehrsbetriebe.

00:29:42: Wir haben ihnen gezeigt, wo wir sie was besorgen können.

00:29:44: Amtsgänge für sie erledigt und mit ihnen gemeinsam Übersetzungen gemacht.

00:29:49: Bis dann tatsächlich jetzt nach zwei Jahren, zwei, drei Jahren, sie selbstständig dann sich selber kümmern um die weiteren Ankömmlinge, die ja dann natürlich jetzt dieses Jahr, zwanzig, eigentlich nur noch einer war oder zwei, glaube ich, die noch aus der alten Regierung noch die Erlaubnis hatten einzureisen.

00:30:06: Mit der neuen Regierung wurde ja das Verfahren ja... sehr abgebremst, beziehungsweise die Aufnahmekriterien extrem hochgesetzt, so dass dann eigentlich, in den Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr.

00:30:39: Insgesamt sind aber schätzungsweise sieben Millionen Iraner, die das Land verlassen haben aufgrund der Diktatur.

00:30:45: Und in Deutschland sind es bis zu vierhunderttausend.

00:30:49: Das ist eine gewaltige Zahl von sehr, sehr gut ausgebildeten Menschen.

00:30:54: Wie wichtig sind aber diese Menschen für die weiteren politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Entwicklung im Iran selbst?

00:31:02: Deiner Meinung nach?

00:31:04: Zunächst einmal ist das tatsächlich so, dass wir in der Diaspora, also im Ausland, sehr viele Menschen haben, die ja auch extrem gut ausgebildete Menschen sind.

00:31:17: Iraner haben eine ganz besondere Eigenschaft, sie können sich sehr, sehr gut integrieren.

00:31:21: Also, wenn ich das jetzt mal ganz objektiv betrachtet, Vergleiche mit anderen Menschen, die aus anderen Ländern kommen, haben wir da wahrscheinlich so die besondere Gabe, dass wir uns sehr, sehr gut integrieren können.

00:31:34: Wahrscheinlich aus dem Grund, weil wir nicht so sonderlich religiös sind.

00:31:38: Das macht es jetzt sehr komisch anhören.

00:31:39: Ich glaube, wir sind die größten Heiden in der islamischen Welt, überhaupt die Iraner.

00:31:43: Insoweit haben wir überhaupt keine Probleme, uns allen anderen Gesellschaftsformen oder Religionen gut anzupassen und sich uns diese Geschichte zu fügen.

00:31:51: Ich kann nur aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass wir, also ich persönlich zu Hause meine Frau Weihnachten noch mehr feiert als alles andere.

00:31:58: Ich glaube, so viel Weihnachtsbäumen wie wir zu Hause haben, hat kein Christ.

00:32:02: Insoweit sind wir wirklich sehr anpassungsfähig.

00:32:04: Ist doch kein christliches Symbol.

00:32:07: Wie auch immer.

00:32:09: Sprich, wir sind da sehr freundlich, was so andere Gesellschaften angeht, uns anzupassen und mit ihnen zu leben und gemeinsam zu wachsen.

00:32:18: Dann haben natürlich Iraner sehr, sehr viel einen sehr großen Drang zur Bildung.

00:32:22: Das heißt, es ist ja noch mal aus diesem früheren Kastensystem heraus, dass die Menschen sich hauptsächlich durch Bildung innerhalb der Gesellschaft hochziehen konnten.

00:32:31: Es ist Bildung bei uns schon immer etwas, was hoch angesehen wurde.

00:32:35: hoch angestrebt wurde, schon immer.

00:32:37: Leider, das kommen dann natürlich andere Dinge, ein bisschen zu kurz, das Handwerk oder sonstiges.

00:32:41: Das wurde nicht so sehr geschätzt bei uns im Iran, aber nichtsdestotrotz, dass er dazu geführt, dass sehr viele Menschen ein Großteil der Bevölkerung wirklich extrem gut gebildet ist.

00:32:50: Aber allerdings muss man auch unterscheiden, Hauptsächlich Menschen, die in Großstädten gelebt haben.

00:32:55: Also in der Provinz sind die Strukturen schon wieder ganz anders, weil einfach die Möglichkeiten nicht gegeben waren für viele, die finanziellen Möglichkeiten nicht und auch die strukturellen Möglichkeiten nicht.

00:33:05: Also insoweit betrifft das hauptsächlich die Menschen, die in Großstädten gelebt haben, dass sie da auch Zugang bekommen haben zu Bildungseinrichtungen, so dass sie sich bilden.

00:33:14: Und da ist es so, dass leider Gottes sehr viele diese Menschen, die auch die gewisse Bildung genossen haben, In Iran, keinelei Möglichkeiten hatten, ihren Job nachzugehen oder sich zu erfüllen.

00:33:26: Geistig und menschlich und sozial und gesellschaftlich.

00:33:29: Und diese sind dann ausgewandert.

00:33:31: Es gibt auch verschiedene Strüme.

00:33:33: Es gab Flüchtlinge, die politisch verfolgt waren, so wie wir, meine Familie.

00:33:39: Und dann gab es natürlich viele Wirtschaftsflüchtlinge, aber auch sehr viele Studierende, die Stipendien bekommen oder auch im Ausland studieren dürfen und ausgereist sind.

00:33:48: Teilweise hier bleiben nach dem Studium, weil sie hochgefragte Experten sind oder Akademiker.

00:33:55: Deswegen ist es so, dass die meisten der sieben Millionen Iraner, gut ausgebildet ist oder akademisch gerade hat oder zumindest sehr anpassungsfähig sich integriert hat in diesem Leben oder in Demokratien.

00:34:11: Und auch dieses Verständnis wird ja auch dann, wächst ja auch dann in den Menschen und wird auch teilweise übertragen, also Demokratieverständnis, die Freiheit, die Menschen hier leben und das, was sie auch dann in den Iran senden.

00:34:22: Anhand von Social Media oder irgendwelche Bilder oder Erfahrungswerte oder Reisen oder sonstiges, ein Deutsch-Iraner kann weltweit reisen und schickt seinen Verwandten auch in den Iran-Bilder oder so aus Thailand oder sonst wo, wozu die wahrscheinlich nie die Möglichkeit haben finanziell oder auch politisch nicht.

00:34:40: Das ist schon extrem wichtig, welchen Einfluss diese Menschen im Ausland auf die Menschen im Inland haben.

00:34:45: Also die streben schon danach, dass sie auch ins Ausland kommen, deswegen ist auch immer diese Drang.

00:34:51: Immer wenn ich mit irgendjemand rede, kannst du mir helfen, nach Europa zu gelangen oder in die USA.

00:34:56: Das werde ich oft gefragt.

00:34:59: Und das ist dann etwas, was natürlich das widerspiegelt.

00:35:02: Also es ist nicht so, dass der Drang ins Ausland zu gehen, unbedingt damit was zu tun hat, dass man jetzt eine schöne Landschaft sehen will oder dass man reisen möchte, sondern tatsächlich auch die Möglichkeit, sich zu entfalten.

00:35:14: Also auch ein bisschen anders zu leben.

00:35:17: Das haben die Menschen nun mal im Iran nicht.

00:35:19: Und wir spiegeln das denen wieder und leben ihnen das vor, dass es möglich wäre.

00:35:24: Insoweit sind wir schon ein Spiegelbild eines zukünftigen Irans.

00:35:29: Du hast schon angesprochen, dass deine Familie politisch verfolgt war.

00:35:33: Die aktuelle Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag... einen Absatz zum Thema Menschenrechte.

00:35:39: Und interessanterweise haben Sie den Begriff der transnationalen Repression aufgenommen und den Kampf gegen die transnationalen Repression zum Thema der aktuellen Regierungspolitik gemacht.

00:35:52: Inwieweit ist Deine Einschätzung nach heute auch die Gefährdung politisch aktiver, auch vielleicht im Iran politisch verfolgter Exilanten in Deutschland durch die iranischen Behörden gegeben.

00:36:07: Gibt es so eine Art transnationaler Repression, beziehungsweise sogar Staatsterrorismus, wie das in der Ermordung der vier kurdischen Iraner im Mykonos-Restaurant hier in Berlin noch der Fall war?

00:36:21: Gibt es so etwas aus deiner Perspektive, dass Deutschland auch besonders aufpassen muss, dass die Iraner in Deutschland eben nicht verfolgt werden durch iranische Behörden?

00:36:32: Zunächst einmal muss man dazu sagen, nicht nur Deutschland, sondern Europa hat viel zu wenig getan, um einem solchen Verbrecherstaat zu begegnen.

00:36:41: Sie haben sich immer eine Nase rumführen lassen, ob es um den Atomdeal ging, ob es um Menschenrechtsverletzungen ging oder sonstiges, ob es um Sanktionen ging oder sonstiges.

00:36:50: Zunächst einmal darauf zurückzukommen.

00:36:53: Wir waren in Deutschland nicht konsequent genug gegenüber diesen Despoten.

00:36:57: Konsequent genug bedeutet, wenn erst es im Jahr ist, dass das islamische Zentrum in Hamburg geschlossen wird, dann war das schon fast gefühlt, ca.

00:37:05: zu spät.

00:37:07: Denn das war ja ein Zentrum des Terrorismus, das war ein Zentrum der Verbreitung von Hass und Verbreitung von Fundamentalismus in nicht nur in Deutschland, sondern in Europa.

00:37:18: Und das wurde geduldet und alle wussten das.

00:37:21: Es gibt Vereine wie beispielsweise CarpoEV, der ja die immer noch, ich weiß nicht immer noch, aber bis zu Zeiten von der alten Regierung teilweise auch da ein bisschen unterstützend tätig war.

00:37:36: Und wir haben das auch kritisiert und wir haben das auch immer wieder mal gesagt, dass solche Kooperationen oder Unterstützungen der Regierung durch eben handlanger Vereine, handlanger Unternehmen nicht richtig ist und das muss konsequent verfolgt werden.

00:37:51: Wer hat uns das gewünscht?

00:37:52: Das ist tatsächlich so wie beim Angriff Russlands auf Ukraine.

00:37:56: Genauso diese Sanktionen, Personen bezogen wie der Magnitzki Akt beispielsweise, angewandt werden auf die iranischen Politiker, auf die Abgeordneten, auf ihre Familien, auf ihre Familienangehörige, die ja wirklich in Saus und Braus im Westen leben, sei es in Kanada, in den USA oder sogar in Europa.

00:38:15: Und dort ein ganz anderes Leben komischerweise leben, als sie in Iran selber leben können.

00:38:20: Und das wurde halt nie umgesetzt.

00:38:22: obwohl das offensichtlich war, dass solche Menschen tatsächlich sich hier bewegen und aktiv sind.

00:38:28: Dann kommt natürlich hinzu, dass das der islamische Republik ein gewisses Selbstverständnis gibt, das ihr handeln und tun ja gar nicht so schlimm sein kann.

00:38:37: Also Ergo haben sie sicherlich das auch ausgeweitet auf Staatsterrorismus im Ausland in jedwede Form.

00:38:43: Es kann ja Druck sein, wir hatten ja tatsächlich, wie ich ja schon vorhin sagte, dass Menschen bei den Demonstrationen fotografiert werden, diese dann auch sie im Iran verwendet wurden oder das Menschen auch hier teilweise im Ausland angerufen wurden vom Netzwerken, dass wir immer wieder mal von irgendwelchen Cyber-Armäen von Bots angegriffen werden in den sozialen Medien, wo wir zum Beispiel auch geblockt werden, wo uns Kommentare immer wieder mal, wo wir schvatroniert werden mit Kommentaren oder mit Anfeindungen und so weiter.

00:39:15: Und all diese Dinge kann man theoretisch unterbinden.

00:39:18: Man kann sie zurückverfolgen, aber das passiert halt.

00:39:22: recht wenig oder passierte recht wenig in der Vergangenheit, weil immer wieder dieses Thema Wandel durch Handel, immer diese, sagen wir mal, Relativierung der Verbrechen, Relativierung der Ermordungen von jungen Menschen im Iran stattgefunden haben und dass immer Wirtschaftsinteressen hinten angestellt wurden, also hinter den Wirtschaftsinteressen angestellt wurden, denn am Ende des Tages hat jeder so das Gefühl, etwas zu verlieren, wenn sie jetzt Iran nicht bedienen oder mit Iran keine Geschäfte machen.

00:39:55: Man muss ja auch dazu sagen Deutschland ist ja innerhalb der EU der stärkste Wirtschaftspartner Iran immer noch und das verwundert uns natürlich.

00:40:03: Also als deutsche Iraner stellen wir uns immer die Frage ja was soll denn das?

00:40:06: Einerseits natürlich die Kritik und andererseits wird nicht so gehandelt wie tatsächlich kritisiert wird.

00:40:12: Ja wie kann das denn funktionieren?

00:40:14: Was soll denn die islamische Republik denken außer sich bestätigt zu fühlen in all dem was sie tut?

00:40:20: Und das ist jetzt das, was wir nicht akzeptieren, dann gibt es natürlich aber auch, muss man dazu sagen, innerhalb der exzellanten gewisse Strömungen, die ja uns auch als Verein, als deutsch-iranischer Verein extrem stören, wenn wir beispielsweise auch jetzt wieder aktuell auf Demonstrationen sind und uns anhören, was dafür Parolen geschrieben werden auf Europas Straßen oder westlichen Straßen.

00:40:47: westlichen ländern in den usa beispielsweise dass da teilweise wir haben so eine parole die sagt ja immer markbar das bedeutet er wörtlich übersetzt tot dem aber singemäß heißt es eigentlich nieder mit dem oder untergang des oder dem oder den.

00:41:03: also insoweit darf man das nicht wörtlich übersetzen, aber das heißt es schon.

00:41:08: Und wenn wir dann Sprüche hören wie markbar, dem markbar, jenem und markbar, diesen und so weiter, dann verlangen wir und fordern wir schon, dass man das unterbindet.

00:41:18: Denn am Ende des Tages suggeriert das ja den Iran oder den iranischen, sagen wir mal Sicherheitsbehörden oder der Regierung, gibt es ja die Bestätigung.

00:41:28: Schaut mal her, wenn es den Wandel gibt, dann sind wir die.

00:41:32: die dem Tode ausgesetzt sind.

00:41:34: Und dann fragt sich natürlich, fragen wir uns, was dann der einfache Milizionär, der da auf der Straße steht, ja, eventuell eine Waffe in der Hand hat, was denkt er sich denn, was mit ihm passiert?

00:41:45: Wenn es den Wandel geben sollte, trifft es auch auf ihn zu oder nicht?

00:41:49: Fällt es ihm dann nicht leichter, tatsächlich die Pistole zu betätigen oder seine, keine Ahnung, sein Schlagstock zu betätigen oder mit dem Auto in die Menge zu fahren oder hält er sich eher zurück?

00:42:02: Deswegen wäre unsere Forderungen beispielsweise ganz dringend, dass tatsächlich wir diese ganzen dem Wandel auch mit einer gewissen demokratischen Verständnis mit Liebe entgegentreten und auch beispielsweise Verkündung, so wie das auch mit Grundprinz Esa Palaví getan hat, dass es eine Generalamnistie für die geben kann, die tatsächlich sich die Hände nicht blutig machen.

00:42:25: Das heißt, haltet euch zurück.

00:42:28: Ihr müsst euch ja nicht verbünden, aber macht euch die Hände nicht blutig, macht euch die Finger nicht blutig und dann kann euch auch im Prinzip nichts passieren.

00:42:35: Denn am Ende des Tages seid ihr, die Befürworter der islamischen Überblick, ja auch Iraner.

00:42:41: Wir erschrecken uns manchmal, wenn wir so Sätze hören von wegen rachige Lüste.

00:42:46: Auch im Internet beispielsweise, wie die Leute Rache schwören und Rache fordern und teilweise öffentlich, was ja absolut für uns katastrophal ist, also teilweise Todesdrohungen aussprechen.

00:43:00: Fangen wir jetzt, was haben wir denn gelernt in den letzten six und vierzig Jahren?

00:43:03: Was haben wir gelernt aus diesem Unrechtstaat?

00:43:04: Was haben wir denn gelernt von diesem ganzen Mord?

00:43:08: Irgendwann muss das doch ein Ende haben, ja?

00:43:10: Irgendjemand muss das doch... durchschneiden, diese rote Linie des Todes.

00:43:17: Und da sind wir dafür, dass man tatsächlich eine Generalamnesty ausspricht.

00:43:21: Und dann auch da diesen demokratischen Forderungen oder Ansätzen auch Taten folgen lässt, nicht nur Worte, sondern auch Taten zu sagen, dafür wird es Gerichte geben.

00:43:33: Gerichte, die entsprechend im Iran über die Verbrechen urteilen werden.

00:43:41: Es wird definitiv Gerichte geben bzw.

00:43:44: es wird definitiv die Gesetzgebung geben nach unserem Verlangen und Wunsch, in dem es keine Todesstrafe geben wird.

00:43:49: Das kann es nicht sein, dass wir nach so viel Leid tatsächlich immer noch die Todesstrafe fordern in Iran für Verbrecher.

00:43:58: Dafür gibt es Gerichte und dafür gibt es tatsächlich gewisse Gesetze, die man schaffen kann, um diesen Menschen zu begegnen.

00:44:05: Und ich denke, das ist vielleicht eine größere Strafe als das, was die Menschen auf den Straßen fordern heutzutage.

00:44:11: Vielen Dank.

00:44:12: Für die CDU ist ein Bundestagsabgundeter nachgerückt, Reza Asgari, der auch Glubittiger Iraner ist.

00:44:20: Es gibt auch noch etliche andere iranischstämmige deutsche Politiker, um mit Noripur, der sich auch aktuell sehr viel äußert zu den aktuellen Ereignissen.

00:44:31: Wie kommuniziert ihr der deutschen Politik?

00:44:33: Wie schätzt du auch die Bedeutung und die Rolle der deutsch-iranischen Politiker ein, gerade wenn es um die aktuelle... Krise geht.

00:44:41: Zunächst einmal haben wir natürlich Kontakt zu Professor Resa Astrali, ein mittlerweile sehr guter Freund von uns, den wir auch ein paar Mal hier in Berlin getroffen haben.

00:44:51: Unter anderem hat er einen sehr guten Draht zu unserem zweiten Vorstand, Alejos O'Shaian, und sind eng miteinander im Austausch.

00:44:59: Natürlich dann auch Omid Nuripur, der mittlerweile auch Bundestagsvizepräsident ist.

00:45:05: Das sind natürlich sehr, sehr wichtige Sprachrode für uns.

00:45:09: Also wir freuen uns natürlich, wenn die für die Iraner sprechen und das Leid auch ansprechen.

00:45:15: Professor Astrali hatte auch letztens dann wieder auch eine Zeit, vor dem Bundestag zu sprechen.

00:45:19: Es war jetzt, glaube ich, letzte Woche, wo er auch wieder betont hat, die Notwendigkeit und die Wichtigkeit der Unterstützung dieser Demonstranten und dieser Proteste im Iran.

00:45:27: Auch Umi Nudipul hat es jetzt des öfteren Reels und Videos dann auch erkundet sein, zumindest seine Sympathie.

00:45:35: und auch seine Unterstützung.

00:45:37: Und das bedeutet uns sehr viel.

00:45:38: Wenn wir die nicht hätten, hätten wir niemanden.

00:45:40: Wir haben ja in der deutschen Politik Herrn Dr.

00:45:44: Röttgen, der uns ja sehr, sehr unterstützt hat, sowohl als schon immer.

00:45:49: Und viele, viele Iraner sehen zu ihm auf, wenn es jetzt um die deutsche Politik geht und sind uns seine Unterstützung extrem dankbar.

00:45:57: Er hat uns am Leben gehalten, während Massa Amini, während viele, viele andere geschwiegen haben und er hält uns auch jetzt wieder am Leben mit der Unterstützung vom mit Nuri Puh und Risa Asradi, der ja auch, glaube ich, sogar Zimmernachbar vom Herrn Dr.

00:46:09: Rittgen ist, hat er uns erzählt.

00:46:11: Also insoweit, es ist uns extrem wichtig, dass diese Menschen die Sache am Laufen halten, uns repräsentieren in der deutschen Politik.

00:46:18: Wir arbeiten noch mit denen zusammen und wollen auch in Zukunft noch einiges diesbezüglich gemeinsam machen, veranstalten.

00:46:25: Liebe Befeid, ganz herzlichen Dank.

00:46:26: Ich möchte dieses spannende Gespräch jedoch nicht abschließen, ohne dass wir noch über einen aktuellen Anlass sprechen.

00:46:33: Und zwar hast du mir vorhin verraten, dass ihr große Pläne habt für den Valentinstag.

00:46:40: Da geht es auch um viel Liebe inzwischen Deutschland und den Menschen im Iran.

00:46:45: Ihr wollt da nämlich etwas organisieren in München.

00:46:47: Was kannst du uns dazu schon jetzt verraten?

00:46:51: Am elften zweiten ist ja... das Datum der iranischen Revolution sozusagen und vielleicht ist es so irgendwie so ein Signal, dass wir da zeitnah danach, also am vierzehnten, zweitens, woher denn, sechsundzwanzig in München eine große europäische Zusammenkunft von hoffentlich allen Oppositionellen in Europa veranstalten werden, dass wir die München auf der Theresienwiese stattfinden.

00:47:15: Wir hoffen uns, dass uns alle unterstützen.

00:47:17: Wir hoffen uns, dass uns alle Organisationen, egal ob links, egal ob Mitte, egal ob jetzt auch aus Gruppierungen wie Kurden, Belutschen oder sonstiges, unterstützen, dass wir gemeinsam einfach mal Richtung Iran zeigen können.

00:47:32: dass wir da sind und wir nicht vergessen und wir jeden Tag aktiv auf die Straße gehen, um entsprechend diese Verbrechen anzubringen.

00:47:42: Ich glaube, es ist ganz, ganz wichtig, den Menschen im Iran zu zeigen, dass wir nicht vergessen werden und dass sie nicht vergessen sind und dass wir ihre Sprachrohr sind, auch in Zeiten von Internetabschaltungen, von Zeiten, in Zeiten, wo die Menschen einfach verstummt dastehen und nicht mehr sagen können, ist es umso wichtiger, dass wir lauter für sie reden und lauter das Verbrechen aufzeigen.

00:48:06: Wir hoffen, dass das... eine große Resonanz finden wird.

00:48:09: Am vierzehnten, zweiten, da ist ja auch zeitgleiche auch das Sicherheitskonferenz.

00:48:14: Es sind ein bisschen eine Herausforderung in diesem Rahmen tatsächlich, das zu veranstalten.

00:48:19: Aber das wird jetzt die nächsten ein, zwei Tage publik gehen und wir werden dann versuchen, wirklich so viele Menschen aus der Diaspora, egal aus welcher Richtung, uns gemeinsam auf die Straße zu bringen bei dieser Versammlung, um dann hoffentlich auch ein Zeichen zu setzen, ähnlich wie wir es schon im Jahr in Berlin, was wir alle unterstützt haben.

00:48:39: Das kam ja aus der Seite der, ich glaube, Woman Life Freedom Kollektive in Berlin.

00:48:44: Und wir haben diese Woman Life Bewegung extrem unterstützt.

00:48:47: Wir waren überall bei allen Demos mit dabei und haben uns da absolut keinerlei Gedanken über die Ideologie gemacht, über was vertreten die Worin, sondern uns war wichtig, dass einfach das Ziel anvisiert wird sozusagen, nämlich der Sturz dieser Regierung.

00:49:01: Und wir hoffen uns, dass diese Gruppierungen auch das sehen und verstehen.

00:49:06: nicht irgendwie als ein Zeichen von Monarchie-Unterstützern oder Schachbefürworter, was wir ja per se als neutrale Organisation ja gar nicht sind, sondern wir versuchen alle unter einen Dach zu kriegen und gemeinsam vorwärts zu gehen.

00:49:22: Am Ende des Tages entscheidet es nicht die Menschen in der Diaspora, nicht ich und meine Vorstandskollegen oder unsere Mitglieder, oder auch die Iraner in der Diaspora, was im Iran passiert, sondern entscheidet die Menschen im Iran.

00:49:32: Das ist etwas, was der Grundprinz Reser Pahlavi immer wieder auch betont.

00:49:36: Er hat ja ein IPP-Programm Iran Prosperity Project aufgestellt, es ist im Jahr ist es im Jahr?

00:49:38: ist es im Jahr ist es im Jahr ist es im Jahr?

00:49:38: ist es ein IPP-Programm Iran Prosperity Project aufgestellt, es ist im Jahr ist es im Jahr ist es im Jahr ist es im Jahr?

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00:49:53: Und das IPP stellt ja auch ein Hundert-Achzig-Tage-Übergangsplan auf, was nach einem Sturz der Islamischen Republik passieren soll.

00:50:00: Sehr interessant, das zu lesen.

00:50:01: Es gibt es auf Englisch und in Farsi.

00:50:03: Kann man runterladen.

00:50:05: Insoweit geht es hier gar nicht darum, dass man irgendwelche Monarchien unterstützt oder irgendwelche Könige in Zukunft, sondern es geht da tatsächlich darum, den Übergang erstmal geordnet zu vollführen und dann danach durch ein Referendum zu bestimmen, was die Iraner denn wirklich wollen.

00:50:23: Und das muss immer wieder mal gesagt werden, dass genau auf die Anfangsfrage zurückzukommen, Javica lang lebe der König eigentlich gar nicht so dieses lang lebe der König bedeutet, sondern tatsächlich den Wandel einleiten soll in eine neue Zukunft.

00:50:38: Du hast es ja so schön gesagt.

00:50:40: Ich glaube kaum, dass irgendjemand, der heute auf den Straßen Javica geschnitten hat, jemals zu Schadzeiten gelebt hat im Iran.

00:50:46: Die wissen gar nicht, wie es damals war.

00:50:48: Ich weiß, dass es schöner war als jetzt, was ich zum Beispiel mit meiner Frau auch oft diskutiere.

00:50:54: Wir sind uns einig, dass jeder Wandel im Iran besser ist als das, was heute ist.

00:50:59: Egal, was kommt.

00:51:00: Also insoweit, es soll sich was ändern zum Wohle der Menschen.

00:51:05: Und mein Gott, wenn die Iraner sich dafür entscheiden, dass ein Reza Pahlawi die Macht übernimmt, dann soll es mir recht sein, wenn sie dann danach frei leben können.

00:51:15: Ich bin kein Monarchier-Anhänger persönlich.

00:51:17: Definitiv nicht.

00:51:18: Und ich glaube auch nicht, dass die meisten Iraner das wollen.

00:51:21: Aber Javid Shah ist einfach eine Parole, ähnlich wie damals, wo man Live-Freedom.

00:51:25: Deswegen nehme ihn das zu Anlass, das auch weiter voranzukreiben.

00:51:28: Die Befeid, das war eine sehr ausführliche Antwort, aber das war auch noch mal ein sehr spannender Ausblick auf die Transformation, die ja notwendig ist, um tatsächlich dann den politischen Wandel in eine gute Bahn irgendwann zu bringen.

00:51:41: Ich danke dir sehr für das sehr, sehr differenzierte und sehr spannende Gespräch.

00:51:46: Ich danke dir für die Einladung.

00:51:47: Herzlichen Dank.

00:51:47: Das hilft uns sehr.

00:51:50: Die politische Meinung.

00:51:51: Neutral geht gar nicht.

00:51:58: Ein Audio-Podcast der Konrad Adenauer Stiftung.